Zahlreiche Studien und Erfahrungen von Kinderärzten und -Psychiatern zeigen die starke Belastung von Kindern und Jugendlichen durch die gegebenen Covid-19 Situation. Hier ist die Cranio-Sacral Therapie eine sanfte Therapieform, die Erleichterung schaffen kann. In Folge die wesentlichen Anwendungsbereiche:
Kinder und Jugendliche:
- Konzentrationsprobleme und Lernschwierigkeiten
- Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefizit (ADS/ADHS)
- Starke psychische Belastungen, Stress, Erschöpfung, Depression
- Kopfschmerzen
Babys und Kleinkinder:
- Nachsorge bei z.B. Geburtstrauma, Saugglocken-Geburt, Zangengeburt, Kaiserschnitt
- Unruhe, Anspannung, häufiges Weinen
- Koliken bei Säuglingen
- Unterstützende, sanfte Behandlung von Fehlstellungen und Verspannungen an z.B. Becken und Beinen, Wirbelsäule
Hier möchte ich nochmals spezifisch auf die Wirkung der Cranio-Sacral Therapie bei ADHS/ADS Patienten eingehen.
Die Ursachen von ADHS/ADS sind noch nicht vollständig geklärt. Forscher vermuten, dass biologische Faktoren die Neurotransmitter-Tätigkeit zwischen Nervenzellen beeinflussen und eine genetische Veranlagung dabei ein wesentlicher Faktor ist, da ADHS/ADS familiär gehäuft auftritt. Dazu können andere Einflussfaktoren kommen, wie z.B. Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen, die zunehmende Umweltbelastung mit Chemikalien und der zunehmende Konsum industriell hergestellter Nahrungsmittel, die bezüglich der Störungen des Gehirnstoffwechsels eine Rolle spielen können.
Dr. John Upledger, der die heutige Cranio-Sacral Therapie wesentlich prägte, hat die Auswirkungen der Cranio-Sacral Therapie auf Kinder mit Lernschwierigkeiten, ADHS und ADS bereits seit den 1970iger Jahren an der Michigan State University untersucht.
Die klinische Erfahrung dieser Arbeit legt nahe, dass strukturelle Einschränkungen im Körper, insbesondere in den Knochen und Membranschichten, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben, bei einer signifikanten Anzahl betroffener Kinder ein wesentlicher Faktor sein können. Diese Einschränkungen können die normale Bewegung von Flüssigkeiten und lebenswichtigen Nährstoffen in das Gehirn und aus dem Gehirn beeinträchtigen, wodurch es zu Störungen kommen kann. Auf sanfte Weise kann die CranioSacral-Therapie dazu beitragen, Einschränkungen aufzuheben, um die Gehirnfunktion auf natürliche Weise zu verbessern, und die Symptome von ADHS/ADS insgesamt zu lindern (mehr dazu auf der Englisch-sprachigen Website: https://upledger.ie/latest-news/how-craniosacral-therapy-aids-addadhd-by-john-upledger/)
Cranio-Sacral Therapie wird daher von Therapeuten zur Behandlung von ADHS/ADS, aber auch bei Lernschwierigkeiten, Nervosität, motorischen Koordinationsproblemen und psychischen Belastungen angewandt.
Folgende Effekte einer Cranio-Sacral Behandlung wurden in einer randomisierten Kontrollstudie und in Fallstudien mit Kindern, bei denen ADHS/ADS diagnostiziert wurde, erforscht: Erhöhte Konzentrationsfähigkeit, geringere motorische Unruhe, Abnahme von etwaigen Verhaltensstörungen, Angstzuständen und damit einhergehenden sozialen Problemen. (Sadeghi Amrovabady, Z., Esteki, M., Pishyareh, E., & Haghgoo, H. (2013). Effect of Craniosacral Therapy on students‘ symptoms of attention deficit hyperactivity disorder. Iranian Rehabilitation Journal, 11, 27-33; Wittman, R., Vallone, S., & Williams, K. (2009). Chiropractic management of six-year-old child with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD). J Clin Chiropr Pediatr, 10, 612-620.)
Diese Ergebnisse decken sich mit Berichten von betroffenen Eltern und Kindern aus meiner Praxis. Die Körpertherapie ist dabei auch eine gute Ergänzung zu anderen Behandlungen, wie z.B. einer Gesprächs- oder Verhaltenstherapie.
Auch die Wirkung der Cranio-Sacral Therapie auf Säuglinge mit Koliken wurde inzwischen mit einer randomisierten Kontrollstudie wissenschaftlich untersucht und zeigte, dass Babies nach wöchentlichen Behandlungen geringere Koliken hatten, weniger weinten und mehr schliefen (Castejon-Castejon, M., Murcia-Gonzalez, M.A., Martinez Gil, J.L., et al .(2019) . Effectiveness of craniosacral therapy in the treatment of infantile colic. A randomized controlled trial. Complement Ther Med, 47, Article 102164)